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manifesto


HEYM

Datum:27.10.2022
21:00

„Ich aber ging über die Grenze“, so schrieb der junge Helmut Flieg im Frühjahr 1933, kurz
nachdem er genau das getan hatte, nämlich über die Grenze gegangen war. Ge
fl
ohen aus
Deutschland, vor der sich anbahnenden Barbarei, nach Prag. Kurz bevor er sich den Namen gab,
unter dem er weltberühmt werden sollte: Stefan Heym. Über die Grenze gegangen, geflohen war

er wegen eines Gedichtes. Eines von über 300, die er bis in den Sommer 1936 schrieb. Da war er
schon wieder über einige Grenzen gegangen und würde noch über etliche gehen, auf seinem Weg
durch dieses von Grenzen durchzogene 20. Jahrhundert.
Anfang 2020 fanden sich Klara Deutschmann, Daniel Moheit und Robert Stadlober ebenfalls an
einer Grenze wieder, im Dreiländereck zwischen der Slowakei, Ungarn und Österreich, direkt am
ehemaligen eisernen Vorhang. Und dort legten sich plötzlich Melodien über diese beinahe ein
Jahrhundert alten Texte und es entstanden Lieder, die über all die Jahre und die Grenzen hinweg
in unser Heute hinein sprechen. Lieder von Liebe und Tod, von den Vergessenen und den
Verschwiegenen, von der Trauer und dem freudigen Überschwang der Geschichte. Von
Deutschland und vom Antifaschismus. Von der Ho
ff
nung der Zukunft und der Zukunft der hoffnung
Im Sinne Stefan Heyms: Vom Aufstoßen der Fenster.
Besetzung:
Robert Stadlober: Gesang, Gitarre, Sprache, Komposition, Konzeption
Klara Deutschmann: Gesang, Oboe, Sprache
Daniel Moheit : Akkordeon, Synths



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